Maschinenfabrik MONTANIA AG, vormals Gerlach & König, Nordhausen


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Firmen-Geschichte

Der Fabrikbesitzer August König und der Ritterguts- und Fabrikbesitzer Albert Gerlach gründen am 6. April 1906 die "offene Handelsgesellschaft Maschinenfabrik Montania Gerlach & König, Nordhausen", welche am 17. April 1906 ins Handelsregister eingetragen wird. Zweck des Unternehmens ist die Herstellung bergbautechnischer Geräte. Schon kurze Zeit später kommen Rohölmotoren zur Produktpalette hinzu.

Am 4. Mai 1908 wird die Firma zur "Maschinenfabrik Montania AG vorm. Gerlach & König" geändert und am 25. Juni 1908 ins Handelsregister beim Königl. Amtsgericht Nordhausen eingetragen. Außerdem wird unter der Leitung des Oberingenieurs Usinger der Bau von Motorlokomotiven aufgenommen. Zulieferer für die ersten Lokomotiven waren die Firma Körting in Hannover und die Gasmotoren-Fabrik Deutz bei Köln. Vertrieben werden die Lokomotiven über das umfangreiche Filialnetz der Orenstein & Koppel - Arthur Koppel AG in Berlin. Diese übernimmt die Montania AG am 8. Juni 1912 (zur weiteren Werksgeschichte) durch den Erwerb der Mehrheit der Aktien. Allerdings geht die MONTANIA AG zum 30. September 1916 in Liquidation, der Eintrag im Handelsregister wird zum 7. Januar 1918 gelöscht.

 

Produktionszahlen

Die in Nordhausen unter der Bezeichnung Montania gebauten Lokomotiven sehen den Lokomotiven der Motorenfabrik Oberursel zum Verwechseln ähnlich - das ist kein Zufall, denn der Oberingenieur Usinger war zuvor in Oberursel beschäftigt! Nach ihm wurden auch die Motorloktypen mit einem "U" bezeichnet. Die Typen U1 bis U6 hatten Motoren mit einer Leistung zwischen 8 und 30 PS und waren für Normal- und Schmalspur einsetzbar. Bis zur Übernahme durch O&K 1912 sollen bereits 1.212 Lokomotiven gebaut worden sein, die in Bergwerken Südrußlands, bei Zementwerken in Österreich, in Gruben Norwegens, Lothringens, des Saargebietes, Bulgariens, Algeriens und auf Plantagen in Honduras eingesetzt wurden. Allerdings ist diese hohe Anzahl innerhalb von nur vier Jahren (und damit rund 300 Lokomotiven pro Jahr) sehr zweifelhaft. Bekannt sind aus Referenzlisten und anderen Sekundärquellen rund 80 Lokomotiven, die Fabriknummer lag bei 600. Da keine Lieferunterlagen erhalten sind, lässt sich die Anzahl der gebauten Montania-Lokomotiven heute nicht mehr mit Sicherheit klären.

 

Quellen


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© Jens Merte